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Nein. Wir wollen das Urheberrecht ändern und unser Vorschlag ist mit der Berner Übereinkunft und verwandten Verträgen vereinbar.
Das ist keine neue Idee!
Zugegeben, die Idee ist größtenteils alt. Die berühmteste Variante ist wohl Fishers Vorschlag einer gesetzlichen Lizenz, um Probleme wie die Abschaltung von Napster zu lösen, weil es nur 99,4 % der Urheberrechtsverletzungen stoppen konnte, aber nicht 100 %. Siehe "Freie Kultur" (2004), S. 307.
Das ist bloß ein Traum!
Uns ist klar, dass unser Vorschlag der einzige Weg ist, um ein auf Grundrechten basierendes Urheberrecht voranzutreiben. Wir denken, dass manchmal ein solcher Ehrgeiz notwendig ist.
Ist es wahr, dass Filesharing die Möglichkeit bietet Dinge zu finden, die sehr selten, nicht mehr auf dem Markt oder sonst schwer zu finden sind?
Ja, solange ein Teil des Netzwerks es hat. Manchmal, wenn der übliche Kanal ausfällt, ist manches schon da, bereit, abgeholt zu werden. In einigen Netzwerken sind heutzutage 10-40 Millionen Dateien verfügbar, mit Millionen von Knoten-Nutzern.
Stehen Filesharingplatfomen in Konkurrenz zu Netflix, Spotify und anderen Diensten?
Nein. Da es sich um Netzwerke handelt, gibt es keinen einzelnen Wettbewerber: Filesharing-Netzwerke sind dezentralisiert (es gibt keinen obligatorischen Vermittler). Filesharing-Netzwerke sind im Besitz der Bürger, die daran teilnehmen.
Wollt ihr bestehende digitale Vertriebskanäle zerstören?
Nein. Dienste überleben langfristig, weil Konsumenten sie mögen, nicht wegen der Politiker, die dieses oder jenes Gesetz erlassen.
Seid ihr gegen digitale Platformen?
Nein, wenn sie ihre Macht nicht missbrauchen, um Menschen zu kontrollieren und zu profilieren. Die verschiedenen Internetdienste, die mittlerweile die digitale Verteilung von Kultur dominieren, können ein Nettopositiv sein, weil sie die Verteilung effizienter machen. Die Disintermediation kann auch die Menge an Geldern, die an Mittelsmänner verschwendet werden, die keine zusätzliche Kultur produzieren, reduzieren. Wir sehen jedoch nicht ein, warum riesige zentralisierte Internetdienste, die von wenigen multinationalen Unternehmen betrieben werden, die Kontrolle über die Kultur im digitalen Zeitalter haben sollten. Bemühungen wie Artikel 17 in der Richtlinie 790/2019 ("Upload-Filter") waren fehlgeleitet und werden unweigerlich scheitern, weil sie das eigentliche Problem nicht angehen.
Seid ihr gegen Rechteinhaber?
Nein, solange sie die erklärten Ziele des Urheberrechts (und der Autorenrechte) verfolgen, also die Förderung von Kultur und sozialem Fortschritt. Die Majors haben eine Chance verpasst, als sie Anfang 2000 Napster angriffen; sie hätten sich auf dessen Seite schlagen und eine kostenlose Geldmaschine gewinnen können. Stattdessen haben sie ein Jahrzehnt verpasst und sind jetzt für ihr Überleben auf Tantiemen von Spotify, Apple usw. angewiesen. Unser Vorschlag ist auch eine Chance für Verwertungsgesellschaften, Verlage, Plattenfirmen und andere Rechteinhaber.
Seid ihr gegen Autoren?
Ganz und gar nicht. Wir wollen das Urheberrecht so aktualisieren, dass es mit der modernen Realität und den Vorlieben der Menschen kompatibel ist. Wir glauben, dass moderne Technologie eine Chance für Autoren ist, nicht ein Problem. Wir glauben auch, dass es für Autoren schädlich ist, sich auf den sehr unfairen und unpopulären Status Quo des Urheberrechts zu verlassen und diesen zu unterstützen. Einige Autoren könnten dank Filesharing von den Menschen viel mehr geschätzt und bekannt sein.
Wie soll das Geld unter den Autoren und anderen Rechteinhabern verteilt werden?
Verwertungsgesellschaften haben bereits verschiedene Methoden, um die eingezogene Vergütung unter Urhebern und anderen Rechteinhabern fair aufzuteilen (Geld aus der Privatkopieabgabe etc.). Wir glauben, dass die Verteilung der für Filesharing eingenommenen fairen Vergütungen sehr fair sein könnte, wenn sie richtig durchgeführt wird. Zum Beispiel könnte es möglich sein, transparente und faire Statistiken über die durch Filesharing-Netzwerke geteilten Werke zu erstellen, indem man einen sicheren "Zähler" einführt, der die Anzahl der Übertragungen für jede Datei misst und den gesammelten Gesamtbetrag anteilig unter den Urhebern der Inhalte verteilt.
Was ist, wenn ein Autor nicht damit einverstanden ist, dass sein Werk über Filesharing-Netzwerke weitergegeben wird?
Es steht ihm frei, sein Werk nicht zu veröffentlichen und dann wird sein Werk auch nicht geteilt. Sobald ein Werk öffentlich ist, haben alle Bürger gewisse Rechte (privat zu singen, Kopien für den persönlichen Gebrauch anzufertigen und, wie wir glauben, Filesharing-Netzwerke für den persönlichen Gebrauch zu nutzen).
Was sollten Autoren tun, um sicherzustellen, dass ihre Arbeit für das Filesharing verfügbar ist?
Veröffentlichen und darauf warten, dass die Bürger es teilen. Wenn sie wollen, können sie ihre Arbeit auch persönlich über Filesharing-Netzwerke zur Verfügung stellen.
Wenn Filesharing frei ist, wie sollen Künstler dann Geld verdienen?
Sie erhalten einen Anteil an der angemessenen Vergütung, die von den Nutzern für den Zugriff auf ihre Werke gezahlt wird. Dies wird zu ihren üblichen Vergütungsmitteln hinzukommen.
Wie wird die Freiheit, Dateien zu teilen, den Künstlern zugute kommen?
Sie werden Geld für die Nutzung ihrer Werke von Filesharern erhalten. Außerdem werden sie den Bürgern den Zugang zu ihren Werken über Mittel ermöglichen, die nicht unter der Kontrolle von Dritten stehen: Die Autoren werden mehr Freiheit genießen und ihre Werke weiter verbreitet.
Wie hoch sind die Kosten für die Anwender?
Es gibt ein Spektrum von möglichen Umsetzungen unseres Vorschlags. Wir glauben, dass es mit modernen empirischen Methoden und evidenzbasierter Ökonomie möglich ist, die faire Vergütung für die verschiedenen Szenarien zu berechnen.
Ich mag es, sozial zu sein. Warum sollte p2p-Filesharing besser sein als Vertriebsplattformen?
Weil p2p-Filesharing es dir ermöglicht, wirklich sozial zu sein: Wenn du Dateien teilst, bekommst du gleichzeitig Dateien von anderen Leuten. Mit einem Algorithmus zu interagieren ist nicht sozial. P2p optimiert manchmal die Bandbreitennutzung, denn wenn du eine Datei lädst, die bei vielen anderen Clients verfügbar ist, können viele von ihnen dir verschiedene Teile gleichzeitig schicken, was die Übertragungszeit erheblich reduziert.
Wie wird die Freiheit des Filesharing den Bürgern zugute kommen?
Sie können über Filesharing-Netzwerke frei auf Werke zugreifen, ohne Plattformen nutzen zu müssen, die Nutzungsprofile erstellen.
Warum ist es wichtig, Kontrolle und Profiling durch Plattformen zu vermeiden?
Weil du das Recht hast, frei zu sein. Frei, die Werke zu suchen und zu finden, die du willst, getrieben von eigener Neugier und nicht von algorithmischen Filterblasen, die für dich entscheiden, ohne aufzuschreiben, was du in den Datenbanken der Anbieter herunterlädst.
Warum sollte ich diese Europäische Bürgerinitiative unterschreiben?
Das Teilen und damit die Verbreitung von kreativen Werken, anderen Inhalten und Kultur zu fördern; die Freiheit, auf kreative Werke zugreifen zu können, ohne kontrolliert und überwacht werden zu müssen.
Im Urheberrecht sind verwandte Schutzrechte die Rechte an einem kreativen Werk, die nicht mit dem eigentlichen Urheber des Werks verbunden sind. Innerhalb der Europäischen Union werden auch die Rechte von Filmproduzenten (im Gegensatz zu Regisseuren) und Datenbankerstellern durch verwandte Rechte geschützt. Eine praktische Definition besagt, dass verwandte Rechte urheberrechtsähnliche Rechte sind, die nicht von der Berner Übereinkunft abgedeckt werden.
Was ist das Sui Generis Datenbankrecht?
Das Schutzrecht sui generis schützt Datenbanken, in die eine erhebliche Investition zur Beschaffung, Überprüfung oder Darstellung der Dateninhalte getätigt wurde, gegen die unerlaubte Entnahme und Weiterverwendung ihres Inhalts. Es gibt kein Erfordernis für Kreativität oder Originalität. Dieses Recht besteht für einen Zeitraum von 15 Jahren ab dem Datum, an dem die nicht-kreative Datenbank erstellt wurde. Es ist verschieden und unabhängig vom Urheberrecht, das Originalwerke schützt. Das Sui Generis Datenbankrecht gehört zur Familie der "verwandten Schutzrechte", d.h. es ist ähnlich, aber unabhängig vom Urheberrecht.
Ich bin EU-Bürger mit Wohnsitz außerhalb der EU. Kann ich die EBI unterschreiben?
Dies hängt von dem Mitgliedsstaat ab, dessen Staatsangehörigkeit du besitzt. Je nachdem, welche Anforderungen die Mitgliedsstaaten stellen, kannst du die EBI online unterzeichnen oder auch nicht. Dies ist darauf zurückzuführen, dass einige Mitgliedsstaaten eine EU-Adresse verlangen.
Ich bin Staatsangehöriger eines EU-Mitgliedstaates, lebe aber in einem anderen EU-Mitgliedstaat. In welchem Mitgliedsstaat muss ich unterschreiben?
Du kannst wählen: entweder das Land deiner Staatsbürgerschaft oder das Land, in dem du derzeit lebst. Bitte beachte, dass du dich nur einmal für die Initiative "Freedom to Share" unterschreiben kannst. Die Daten, die du in deiner Unterschrift angibst, bestimmen, in welchem Mitgliedsstaat deine Unterschrift gezählt wird. Beispiel: Ein österreichischer Staatsbürger, der in Estland lebt, kann entweder: a) das Formular für Estland ausfüllen, indem er seinen vollständigen Vor- und Nachnamen, seine Adresse, sein Geburtsdatum und seinen Geburtsort sowie seine Staatsangehörigkeit angibt - in diesem Fall wird seine Unterschrift verifiziert und somit in Estland gezählt, oder b) das Formular für Österreich ausfüllen, indem er zusätzlich zu den oben genannten Daten eine persönliche Ausweisnummer aus der von Österreich akzeptierten Liste angibt - in diesem Fall wird seine Unterschrift verifiziert und somit in Österreich gezählt.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich die EBI schon unterschrieben habe. Kann ich ein zweites Mal unterschreiben oder wird meine Unterschrift ungültig?
Ja, unterschreib erneut, wenn du unsicher bist. Deine Unterschrift ist nur einmal gültig und wird nur einmal gezählt. Die Software erkennt automatisch doppelte Unterschriften und sortiert Duplikate aus.
Warum muss ich so viele persönliche Informationen angeben?
Eine Europäische Bürgerinitiative unterscheidet sich von einer "normalen" Petition: Sie ist ein offizielles demokratisches Instrument, das es EU-Bürgern ermöglicht, Europa mitzugestalten, indem sie die Europäische Kommission auffordern, einen Rechtsakt vorzuschlagen. Wenn wir es schaffen, eine Million (validierte) Unterschriften zu sammeln, ist die EU-Kommission rechtlich verpflichtet, sich mit unseren Forderungen zu befassen. Wir haben keinen Einfluss darauf, welche Daten für die Unterzeichnung einer Europäischen Bürgerinitiative von den Mitgliedsstaaten benötigt werden. Die jeweiligen EU-Mitgliedsstaaten bestimmen, welche Daten erhoben werden müssen, damit die Unterschriften gültig sind und gezählt werden. Aus diesem Grund ist es bei einer EBI notwendig, mehr persönliche Daten anzugeben, als du es von anderen "Petitionen" gewohnt bist.
Nein. Dieser Vorschlag betrifft nur die Verbreitung von veröffentlichtem Material. Die Weitergabe von unveröffentlichtem Material bleibt illegal. Darüber hinaus ist die Weitergabe von personenbezogenen Daten illegal, wenn sie nicht mit der DSGVO übereinstimmen.
Nein, natürlich nicht. Wir schlagen vor, das Urheberrecht und verwandte Gesetze zu ändern. Viele andere Gesetze können die Weitergabe bestimmter Arten von Dateien verhindern: denken Sie an Geschäftsgeheimnisse, Datenschutz und so weiter.
Denk bitte zunächst daran, die ECI-Kampagne zu unterschreiben. Dies wird dazu beitragen, das Ziel von einer Million Unterschriften zu erreichen, das die Kommission dazu zwingen wird, zu unserer Initiative Stellung zu nehmen. Dann kannst du auf andere Weise helfen: 1. Verbreite die Kampagne mit deinen Freunden und Bekannten (schreib ihnen, teile die Kommunikationsmaterialien, sprich mit ihnen, usw. Bitte beachte, dass wir 12 Monate Zeit haben werden, um 1 Million Unterschriften zu sammeln). 2. setze dich mit uns in Verbindung und trage zur Organisation und Verbreitung der Kampagne in deinem Land bei, indem du dich mit anderen Mitstreitern vernetztst. 3. zu guter Letzt kannst du die Kampagne auch durch eine Spende unterstützen.
Ich sehe, es ist Geld im Spiel. Wer wird wen bezahlen?
Es kommt darauf an, wie der Vorschlag rechtlich umgesetzt werden soll. Es gibt verschiedene juristische Techniken: 1. Vorsehen, dass Bürger, die Filesharing-Netzwerke nutzen, eine Lizenz bezahlen müssen, um Dateien einschließlich Werke teilen zu dürfen. 2. Es wird ein zusätzlicher kleiner Geldbetrag eingeführt, der von allen Bürgern gezahlt werden muss, die auf das Internet zugreifen (und eventuell Werke über Filesharing-Netzwerke austauschen). 3. Vorgabe, dass eine faire Vergütung vom Staat gezahlt wird (mit Hilfe der von den Bürgern gezahlten Steuern).
Filesharing in Peer-to-Peer-Netzwerken ist nicht legal. Das Ziel der Initiative ist es, das Gesetz in der Europäischen Union zu ändern.
Wie sollte Filesharing Ihrer Meinung nach geregelt werden?
Wir sind der Meinung, dass Filesharing für die private Nutzung durch Bürger kostenlos sein sollte; Autoren und andere Rechteinhaber sollten eine faire Vergütung für die Nutzung ihrer Werke durch Bürger erhalten.
Was ist Filesharing?
Unter Filesharing versteht man die Bereitstellung des Zugriffs auf ein Werk durch digitale Methoden und das Anfertigen von Kopien des abgerufenen Werks. Normalerweise bezieht es sich auf Praktiken wie Peer-to-Peer-Sharing. Es kann aber auch das Versenden eines E-Mail-Anhangs, die Verwendung eines physischen Trägers usw. umfassen.
Was ist eine Europäische Bürgerinitiative?
Eine EBI ist die Möglichkeit, die die Kommission der Europäischen Union ihren Bürgern gibt, um Änderungen in der Gesetzgebung anzuregen. Link zur Wikipedia-Seite über Europäische Bürgerinitiative.